59.Vom Bildungs-Zivilisations-Kultur-Lernen (Bildungs-
Vergangenheits-Bringschuld-Bewältigungs-Lernen. I.) Eigentlich wollen die Menschen sich nicht verändern, sondern nur wissen, wie und dass es bald wie bisher weiter geht. Aber sie übersehen, dass es nur weitergeht, wenn der Mensch sich verändert sonst führt das zu einer Versteine- rung der Situation. Weil dieses der archimedische Punkt und die " prima causa " ist, von dem alles ausgeht und weil das begriffen werden muss, wird dieser elementare Sachverhalt eines Vergangenheits-Bringschuld-Bewältigungs-Lernen vertieft. II.) Wir stehen auf der Vergangenheit und hängen dem Glanz des "nicht mehr “ nach und verdrängen damit die aufge- stauten Entwicklungs-Individualisierungs-Notwendigkeiten. Wir leben in einer untergegangenen, vergangenheitsorien- tierten Welt und versuchen eine abgelebte, entwicklungs- lose, sterbende Epoche zu mumifizieren, indem wir rück- wärtsgewandt versuchen ein neues Gleichgewicht wieder herzustellen, ohne die Dynamik der Gegenwart in die Zu- die allgemein anerkannt auch wenn sie nutzlos und sinnlos geworden sind. Immense materielle Werte und Schein- sicherheiten sind auf Kosten von Entwicklungswerten ge-
IV.) Der zukünftige Entwicklungsweg des Menschen führt nicht von der Gegenwart unmittelbar wie wir es gewohnt sind nach vorne weiter, weil "das Vorne" von der Vergangen- heit schuldmässig vorbelegt und deshalb vorbestimmt ist. Eine andere Zukunft kann sich nur aus einer anderen Vergangen- heit wo jeder Stein umgedreht wird, entwickeln. Die Zu- kunft ist nicht in dem Sinne offen, dass ich vom Standpunkt der Gegenwart nur planen und mir neue Möglichkeiten erschlies- sen muss, um damit die Zukunft zu gestalten, sondern sie ist bereits durch die Vergangenheit abgesteckt, eingegrenzt und vorentschieden worden. Dem Menschen kann in Zukunft nur das begegnen, was er früher war und ist, mithin nichts anderes,worunter er heute leidet und was er abwenden möchte. V.) Er kann sich nicht heute einfach wandeln zu einem Anderen und Besseren, der er sein möchte, und ignoriert die Aufarbeitung seiner entwicklungslosen, aufgestauten Ver- gangenheits-Bringschuld. Die Vergangenheit muss erst bereinigt werden, damit eine bessere Zukunft entstehen kann. Bevor es zur Wandlung kommt muss " der Weg des Rausches, der Lebenskrisen,der Zerstörung und der Ver- zweiflung"gegangen werden, weil sich der Mensch von der Gegenwartsexistenz sich erst zu lösen vermag, wenn er die Vergangenheit seiner Existenz,welche in die Zukunft hinaus als lebendige Wirk- lichkeit nachwirkend ist, diese auch erkennt, akzeptiert und durch die Auseinandersetzung mit ihr sich damit in der Ent- wicklungsüberwindung davon gelöst hat,weil er nicht der Gleiche bleiben kann, der er vorher gewesen war. VI.) Von der Zukunftserwartung, welche eine Weiterent- wicklung der Vergangenheit ist und der Weg in die Zukunft von der Gegenwart unmittelbar nach vorne führt zur Zu- kunftserwartung, wo ich meine Zukunft durch Entwicklungs-Individualisierung ständig neu transzendiere und durch das " neu-erschaffen " im Lebensgrundgefühl in Anlehnung an den Maler Salvador Dali mich am liebsten nur an die Zukunft erinnere. Dieses setzt ein abtragen der Entwicklungs-In- dividualisierungs-Bringschuld der Entwicklungslosigkeit voraus, weil die Zukunft von der Vergangenheit vorbelastet ist und damit schon die Weichen für diese gestellt sind. Es ist eine neue Lebensauffassung, wo ich meine Zukunft im Ent- wicklungs-Individualisierungs-Transzendierungs-Prozess im " Hier und Jetzt " ständig neu das Bessere und Höhere durch Selbstveränderung schaffe und nicht mehr von der Ver- gangenheit und Gegenwart,sondern von der Zukunft herge- leitet werde als Vergangenheits-Nachbesserung.
sam zu verwandeln. Dieses geschieht in der Regel mit der Auseinandersetzung seiner eigenen unbewältigten Entwick- lungsschuld-Vergangenheit eins langen, quälenden Pro- zesses, der sich im Stillen in der Verborgenheit des Einzelnen vollzieht. IX.) Entwicklung kann nur seine befreiende Kraft entfalten, wo der einzelne Mensch seiner Entwicklungsschuld der Ent- wick- lungslosigkeit begegnet. Die Individualisierung der Ent- wick- lungsschuld bei Entwicklungsreife (Krisen, Unfrieden, Lebensdruck,schlechtem Gewissen) ist ein unverzichtbarer Entwicklungsbestandteil und betrifft immer nur den Einzel- nen als Entfaltung nach dem individuellen Eigengesetz und liegt in der Auseinandersetzungs-Entwicklungsprozess-Bring- schuld Schuld-Überwindung.Die Entwicklungsschuld ist eine Schuld ohne Schuldgefühle und ohne gesetzliche Bestrafung, wird erst beim Lebensdruck als Entwicklungsreife erkannt und diese Erkenntnis hat etwas Verpflichtendes und Befrei- endes und nichts schuldhaft Belastendes. Entwicklungs- schuld kann auch nicht aufrechnet, sondern nur vergeben werden (beim Zeitpunkt der Reife-Nr.782. Entwicklung kennt dann keine Entschuldigungen, Gründe, Ausreden, Rechtsan- wälte, Fingerzeig auf andere und mildernde Umstände mehr, son- dern nur die Fest- stellung, das ich noch nicht alles getan habe,was ich tun kann und der einzige Schuldige bin. Die Schuld besteht immer nur darin, das Entwicklungsbes- sere jetzt nicht zu wollen und die Entwicklungszeichen ignoriere,indem ich bleiben möchte,wie ich bin und druch die Ver- drängung mich entwicklungslos verhalte.Die Wunden der Vergangenheit werden nur geheilt durch eine Entwick- lungslebenszukunft.Es ist das Entwicklungs-Zeitnutzungs-Jetzt-Lernen, wenn der Tag nicht entwicklungsgemäss ge- nutzt wurde,ein verlorener Tag gewesen ist,was im Allge- meinbewusstsein noch nicht verankert ist. X.) Es ist jeder Augenblick als eine Möglichkeit zur Wirklich- keit werden zu lassen und das,was jeder Augenblick von einem erwartet.Es ist die Selbstverpflichtung der Individua- litäts- entwicklung als Entpersönlichung,indem ich das in mir indi- viduell Einzigartige und Einmalige entwickle, bis ich lebensauthentisch und nur noch mich selber bin.Es ist die Unart nicht die Schuld bei anderen zu suchen, weil jede per- sönliche Krise auf Wandlung zielt d.h.,das nicht der Andere, sondern ich der einzige Schuldige bin. Die Entwicklungs- schuld als Gewissensschuld ist das Einzige,was den Men- schen begründet und ist sein persönliches Entwicklungs- potential, aber auch seine Einzigartigkeit. Deshalb reicht es nicht aus und befreit nicht"von der Last der Selbstwerdung" nur ein guter, strom- linienförmiger,angepasster Gesell- schafts-und gesetzestreuer Staatsbürger und "ein frommer Sonntagskirchgänger" zu sein*. *1.)Beim traditionellen Berufsverständnis ergibt sich fall, Sachzwänge, Jugendlichkeit und materielle Überle- gungen die Berater und solche Überlegungen gar nicht möglich sind.Ein Aus- und Umsteigen wäre nur theoretisch noch in mittleren und späteren Berufsjahren möglich, aber die Gewöhnung,die Abhängig- und Verantwortlichkeiten und zunehmende Lebensträgheit als auch der gesunde Men- schenverstand hindern einen daran, um kein Dauerar- beitsloser und Sozialfall zu werden, um dieser Schuld zu entgehen, weil die Existenzangst immer grösser ist als die Gewissensnöte. Es ist die angehäufte Mitschuld von Genera- tionen, welche jeder Einzelne jetzt mit abtragen muss, auch wenn er gesetzlich völlig unschuldig ist und sich auch keiner Schuld bewusst ist. Diese Schuldempfindungskonstellation ist einfach in der Arbeitswelt (noch) nicht vorgesehen. Aber die Zeit ist vorbei, dass man in eine (Lebens)bahn einsteigt, deren Gleise ausgebaut und eingefahren sind, wo diesen Gleisen gefolgt wird, weil alles bestens geordnet und bestellt ist, von der Geburt bis zu Tode. " Die Sünden der Väter wir- ken hier bis ins dritte und vierte Glied ", weil dort die Ur- sachen dafür gelegt worden sind. Beim evolutionären Be- rufsverständnis wird der statische, entwicklungslose Berufsbegriff zum dynamischen, entwicklungslebendigen Berufungsbegriff. Durch die Arbeitsindividualisierung wird eine Lebensauthentizität geschaffen, die Spaltung von Mensch und Beruf wird aufgehoben, weil die Aufgabe inner- halb von mir liegt. 2.) In diesem "Entwicklungs-Individualisierungs-Schuld Kontext " ist dem Autor dieser Webpräsenz namentlich ein Entwicklungs-Berufungs-Selbstzerrissenheits-Leidens-Suchweg einer fast selbstaufopfernden Wahrheitssuche in Frankfurt/Main bekannt, wo der Kreuzweg aus den S- und U-Bahn Stationen dieser Stadt bestand, wo jeweils ein- und ausgestiegen wurde, um für einige Monate und das über mehrere Jahre lang bei den dort ansässigen Unternehmen mit einfachen Helfertätigkeiten, obwohl gut (aus)gebildet und vielen Erfahrungen im fortgeschrittenen beruflichen Alter in solch einem instabilen Arbeitsumfeld " sein Kreuz auf diesem Weg" getragen hat und die geübte Demut oft zur Versagerdemütigung wurde, nur um seinen sozialen Verant-
XI.) Die Dinge werden allein entschieden im " Hier und Jetzt" der Gegenwart, und sie werden in dem Maße bestimmt, in der der Mensch mit dieser Gegenwart Ernst zu machen be- ginnt. Die Zukunft nähert sich dann in dem Maße, indem er es aufgibt, auf sie zu warten und indem er begreift, dass er eigentlich auf sich selber wartet. Man könnte sagen; solange der einzelne Mensch auf seine Zukunft wartet, hat er keine Zukunft. Denn es ist nicht so, dass die Zukunft irgendwo in der Ferne des diesseitigen Horizontalen liegt, sondern, sie fliesst von oben aus der Vertikalen in den Augenblick der Gegenwart ein und sie wird Wirklichkeit nur dort, wo der Mensch im " Hier und Jetzt " die Faust der Tat" in seinem Leben sprechen lässt. XII.) Von den vielen Weltverbesserer und Welterretter (auch Organisationen), die öffentlich um eine bessere Gesell- schafts -und Weltordnung diskutieren und auf die Strasse gehen (Veränderung durch laute, öffentliche Protestmär- sche) zu den Weltverbesserern und Welterrettern als "die Stillen im Lande",welche um eine persönliche Selbstver- besserung alltäglich ringen (Selbstveränderung als leiser, unspektakulärer Entwicklungsprotest).
Textfortsetzung folgt. |
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